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BitDojo
Wie das Web funktioniert
GrundlagenFree12 min read

Wo Daten liegen und warum es drei Orte gibt

Du kannst benennen, welche Art von Daten in eine Datenbank, in einen Dateispeicher und in einen Zwischenspeicher gehört, und begründen, warum man sie nicht mischt.

Eine Anwendung ohne Daten gibt es nicht. Selbst die einfachste merkt sich irgendetwas: wer angemeldet ist, was im Warenkorb liegt, welches Bild hochgeladen wurde.

Für diese Dinge gibt es drei verschiedene Orte, und sie sind nicht austauschbar. Wer sie verwechselt, baut sich Probleme ein, die erst bei tausend Nutzern sichtbar werden.

Ort eins: die Datenbank

Die Datenbank ist für alles, wonach man suchen, filtern und sortieren will: Nutzer, Bestellungen, Kurse, Fortschritt.

Der Kern ist eine Tabelle. Zeilen sind Einträge, Spalten sind Eigenschaften.

id name rolle angelegt
1 Aylin lernend 2026-03-01
2 Jonas lernend 2026-04-12
3 Sam betreuend 2026-04-20

Gefragt wird in einer eigenen Sprache. Sie ist so nah an gesprochenem Englisch, dass man die meisten Abfragen lesen kann, ohne sie gelernt zu haben:

SELECT name FROM nutzer WHERE rolle = 'lernend' ORDER BY angelegt DESC;

Eine Datenbank ist auch der Ort, an dem Regeln über Daten festgehalten werden: dass eine E-Mail-Adresse nur einmal vorkommen darf, dass eine Bestellung zu einem existierenden Nutzer gehören muss. Diese Regeln gelten dann für jeden Zugriff, auch für den, den jemand später vergisst zu prüfen.

Ort zwei: der Dateispeicher

Bilder, Videos, PDF-Dateien, Tonaufnahmen. Solche Dinge gehören nicht in die Datenbank.

Der Grund ist einfach: Eine Datenbank ist darauf gebaut, viele kleine Dinge schnell zu finden. Ein Video von 200 Megabyte macht sie langsam, das Sicherungskonzept unbrauchbar und die Kosten unangenehm.

Die übliche Aufteilung: Das Bild liegt im Dateispeicher unter der Adresse bilder/kurse/frontend.jpg, und in der Datenbank steht in der Spalte bild genau diese Zeichenkette.

Ort drei: der Zwischenspeicher

Manche Antworten sind teuer zu berechnen und ändern sich selten. Für die gibt es einen dritten Ort.

Der letzte Halbsatz ist die Regel, an der alles hängt. Ein Zwischenspeicher ist eine Abkürzung, kein Aufbewahrungsort. Wer die einzige Kopie einer Bestellung dort ablegt, verliert sie beim nächsten Neustart.

Die schwierige Frage beim Zwischenspeichern ist nie das Ablegen, sondern das Wegwerfen. Wenn sich ein Preis ändert, die alte Antwort aber noch zehn Minuten ausgeliefert wird, sehen Nutzer den falschen Preis. Deshalb gilt: Je häufiger sich etwas ändert, desto kürzer darf es zwischengespeichert werden.

Ein vierter Ort, der oft vergessen wird

Auch der Browser speichert. Kleine Mengen, auf dem Gerät des Nutzers, ohne Server.

Das ist praktisch für Dinge, die nur diesen einen Menschen betreffen: welches Farbschema er eingestellt hat, wie weit er in einer Lektion gelesen hat, welche Karte als Nächstes dran ist. Es hat aber zwei Grenzen: Es gilt nur auf diesem Gerät, und es ist nicht sicher vor dem Nutzer selbst.

Deshalb gehört dorthin nichts, was auf einem zweiten Gerät auch gelten soll, und nichts, worauf sich eine Berechtigung stützt.

Exerciseabout 30 minutes

Die drei Orte für eine eigene Idee aufteilen

Denk dir eine kleine Anwendung aus, zum Beispiel eine Rezeptsammlung, eine Vokabel-App oder eine Liste der gelesenen Bücher.

Schreibe alles auf, was diese Anwendung sich merken müsste. Sei großzügig, zwölf bis zwanzig Dinge.

Ordne dann jedes einem der vier Orte zu: Datenbank, Dateispeicher, Zwischenspeicher, Browser. Schreibe zu jeder Zuordnung einen halben Satz warum.

Zum Schluss die Gegenprobe: Streiche gedanklich den Zwischenspeicher und den Browserspeicher. Funktioniert die Anwendung noch? Wenn nein, liegt dort etwas, das woandershin gehört.

Done when

  • Du hast mindestens zwölf Daten notiert und zugeordnet.
  • Zu jeder Zuordnung steht eine Begründung.
  • Die Gegenprobe hat keinen Verlust ergeben, oder du hast die Zuordnung korrigiert.

Has it stuck?

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