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BitDojo
Wie das Web funktioniert
GrundlagenKostenlos13 Min. Lesezeit

Wie Code vom Rechner zum Nutzer kommt

Du kannst den Weg vom geschriebenen Code bis zur laufenden Seite beschreiben und weißt, wofür Versionsverwaltung, Bauschritt und Auslieferung jeweils zuständig sind.

Du hast eine Datei geschrieben. Auf deinem Rechner sieht sie gut aus. Jetzt soll sie jemand anderes sehen können, irgendwo auf der Welt, ohne dass dein Laptop dafür anbleiben muss.

Dazwischen liegen vier Schritte. Sie sind bei einem Ein-Personen-Projekt dieselben wie bei einer Firma mit dreihundert Entwicklern, nur mit weniger Zeremonie.

Schritt eins: die Historie festhalten

Bevor irgendetwas ausgeliefert wird, wird der Stand festgehalten. Nicht als Kopie des Ordners mit dem Namen projekt_final_v3_wirklich_final, sondern in einem Werkzeug, das jede Änderung einzeln kennt.

Der Ablauf ist immer derselbe. Du änderst etwas, du wählst aus, was davon zusammengehört, du hältst es mit einer Beschreibung fest.

git add .
git commit -m "Kursseite zeigt jetzt die Wochen an"
git push

Git läuft auf deinem Rechner. Damit die Historie auch woanders liegt und andere sie sehen können, wird sie auf einen Dienst geschoben. Der bekannteste heißt GitHub.

Schritt zwei: bauen

Der Code, den du schreibst, ist nicht der Code, den der Browser bekommt. Zwischen beiden liegt ein Übersetzungsschritt.

Was dabei passiert, hängt vom Projekt ab. Typisch ist:

  • Mehrere Dateien werden zu wenigen zusammengefasst, damit der Browser weniger Anfragen stellen muss.
  • Leerzeichen und lange Namen werden entfernt, damit weniger übertragen wird.
  • Neuere Sprachmerkmale werden in ältere übersetzt, damit auch ältere Browser mitkommen.
  • Typprüfungen und Tests laufen, und wenn eines davon fehlschlägt, bricht der Bau ab.

Der letzte Punkt ist der eigentliche Wert. Ein Bauschritt, der bei einem Fehler weiterläuft, ist ein Bauschritt, der nichts prüft.

Schritt drei: ausliefern

Die gebauten Dateien müssen auf einen Rechner, der ständig läuft. Diesen Vorgang nennt man Auslieferung.

Heute passiert das meist automatisch. Du schiebst deinen Stand zu GitHub, ein Dienst merkt es, baut, prüft und stellt das Ergebnis online. Von deiner Tastatur bis zur echten Seite vergehen ein bis drei Minuten.

Schritt vier: nachsehen

Ausgeliefert ist nicht dasselbe wie funktioniert. Der letzte Schritt ist der, den Anfänger am häufigsten weglassen: nachsehen, ob es an der echten Adresse tatsächlich tut, was es soll.

Nicht auf dem eigenen Rechner. Dort lief es vorher schon. Auf der echten Adresse, in einem Browser, den man nicht vorher präpariert hat.

Umgebungen

Ein Detail, das früh Sinn ergibt: Es gibt nicht nur eine laufende Fassung.

Die Entwicklungsfassung läuft auf deinem Rechner. Die Vorschau läuft im Netz, aber niemand außer dem Team kennt die Adresse. Die Produktion ist die echte, mit echten Nutzern und echten Zahlungen.

Übungetwa 45 Minuten

Ein Projekt anlegen und ausliefern

Du gehst alle vier Schritte einmal selbst durch. Am Ende hat deine Seite eine Adresse, die du jemandem schicken kannst.

  1. Lege einen Ordner an und darin eine Datei index.html mit einer Überschrift und einem Absatz.
  2. Im Terminal: git init, dann git add ., dann git commit -m "Erste Fassung".
  3. Lege auf github.com ein leeres Repository an und folge der angezeigten Anleitung, um deinen Ordner damit zu verbinden und hochzuladen.
  4. Melde dich bei einem Anbieter für statische Seiten an, zum Beispiel Vercel oder Netlify, und verbinde das Repository. Beide bauen und liefern automatisch aus.
  5. Öffne die Adresse, die du bekommst, auf deinem Telefon.
  6. Ändere die Überschrift, halte die Änderung fest, lade sie hoch und sieh zu, wie die Seite ohne dein Zutun neu erscheint.

Fertig, wenn

  • Deine Seite ist unter einer öffentlichen Adresse erreichbar.
  • Du hast mindestens zwei Commits in der Historie.
  • Eine Änderung ist nach dem Hochladen ohne weiteren Handgriff online gegangen.

Sitzt es?

8 Karten aus dieser Lektion, 6 Aufgaben im Prüfungsvorrat.